Schlagwort: Achtsamkeit

  • Fossilien suchen an der Norddeutschen Ostsee: Ein meditativer Ausflug in die Vergangenheit

    Fossilien suchen an der Norddeutschen Ostsee: Ein meditativer Ausflug in die Vergangenheit

    Es gibt kaum etwas Beruhigenderes, als an einem frühen Morgen die frische, salzige Luft der Ostsee einzuatmen und den Blick über den sanft plätschernden Wellen des Meeres schweifen zu lassen. Die Geräusche des Wassers und das leise Knirschen von Steinen unter den Füßen trägt zu einer einzigartigen Atmosphäre bei, die fast schon meditativ wirkt. Für uns gibt es dabei nichts Schöneres, als sich auf die Suche nach Fossilien zu begeben und dabei einen Schritt zurück in die Vergangenheit zu machen.

    Die Schätze an der Ostsee: Fossilien entdecken

    Die Norddeutsche Ostsee hat für Fossilienfreunde einiges zu bieten. In den Küstenregionen der Eckernförder Bucht können “Schätze” aus längst vergangenen Zeiten gefunden werden. Was sich dort am Strand zwischen Algen, Treibholz und Plastikmüll im Geschiebe verbirgt, ist Jahrmillionen alt und erzählt uns von einer Welt lange vor unserer Zeit.

    Besonders häufig finden sich in der Region Fossilien von Meeresbewohnern, wie zum Beispiel Donnerkeile (Belemniten und Endocerida), Schwämme, Korallen, Seeigel, Muscheln aber auch Faxekalk oder Faserkalk, die zu den typischen Zeugen des Urmeeres gehören. Manchmal entdeckt man auch Haifischzähne oder Knochenfragmente, die von längst ausgestorbenen Tieren stammen. Besonders spannend sind die Fossilien, die uns einen Einblick in die Flora und Fauna vergangener Erdzeitalter bieten, zum Beispiel als Abdruck auf Steinen und uns dabei eine Geschichte erzählen, die weit vor unserer eigenen Zeit spielt.

    Die Möglichkeit Fossilien aus den unterschiedlichsten Regionen und Zeiten zu finden, ist im Geschiebe am Strand einmalig. Zwar sind Funde aus Gruben oft besser erhalten, da die meisten Stücke am Strand durch den Gletschertransport und die Wellen abgerollt sind. Doch die Vielfalt und vor allem die tolle Umgebung (im Vergleich zu einer Grube) macht diesen Nachteil für mich locker wett.

    Geschiebe am Strand

    Neben den eher “üblichen” Funden gibt es in der Region auch die Möglichkeit, Bernstein zu entdecken – das goldene „Juwel“ der Küste. Das fossilierte Harz von Bäumen, das oft winzige Insekten oder Pflanzenteile eingeschlossen hat, kann je nach Glück und Geduld als besonders schöner Fund den Tag versüßen.

    Das meditative Hobby: Fossilien suchen als “Therapie”

    Doch das Suchen nach Fossilien hat für mich nicht nur eine naturwissenschaftliche Seite – es ist auch ein echtes Hobby für die Seele. Die Ruhe, die beim Streifzug am Strand entsteht, ist kaum mit anderen Erlebnissen zu vergleichen. Man bewegt sich in einem gleichmäßigen Rhythmus, der den Geist beruhigt und den Körper aktiviert. Es gibt keinen stressigen Termindruck, keine Hektik – nur das Suchen nach einem kleinen Stein, der sich als uraltes Relikt herausstellen könnte. Die Luft ist frisch, das Meer rauscht im Hintergrund und jeder entdeckter “Schatz” ist wie ein kleiner Triumph.

    Es hat etwas Meditatives, fast schon Therapeutisches, diesen „Flow“ zu erleben: Man lässt den Blick über den Boden schweifen, ohne Hektik, ohne Eile. Jeder Schritt ist eine kleine Reise, jeder Fund ein Moment der Freude und des Staunens. Man spürt förmlich, wie die Gedanken zur Ruhe kommen, wie der Alltagsstress von einem abfällt, und wie der Moment im Einklang mit der Natur genossen wird.

    In der Eckernförder Bucht finden wir dafür den perfekten Ort. Der Strand dort ist weitläufig und bietet eine wunderschöne Kulisse für lange Spaziergänge. Der sanfte Wind, die Wellen und der weite Blick übers Wasser tun ihr Übriges, um die Seele baumeln zu lassen.

    Fossilien suchen: Der perfekte Ausgleich zum Alltag

    Das Suchen nach Fossilien ist nicht nur eine spannende Beschäftigung, sondern auch ein wunderbarer Ausgleich zum oft hektischen Alltag. Die Bewegung an der frischen Luft, das Eintauchen in die Natur und die Konzentration auf das Suchen fördern eine tiefe Achtsamkeit. Und wenn man dann mit einem seltenen Fund das Gefühl hat, ein Stück Geschichte in den Händen zu halten, ist die Freude umso größer.

    Für uns gehört der Besuch an der Ostsee und die Fossiliensuche zur schönsten Art der Entspannung. Es ist der perfekte Moment, um dem Alltag zu entfliehen und die Verbindung zu einer uralten Geschichte zu spüren – ganz ohne Stress, ganz ohne Druck. Der Strand, das Meer, die Ruhe und die Schätze, die unter unseren Füßen verborgen sind, bieten nicht nur eine spannende Entdeckungsreise, sondern auch eine Quelle der inneren Ruhe und Zufriedenheit.

    Wenn auch du Lust hast, in die Geschichte der Erde einzutauchen und dich von der Ostsee verzaubern zu lassen, dann pack deinen Rucksack, schnür die Stiefel und ab geht’s an den Strand – die Fossilien warten nur darauf, entdeckt zu werden!

  • Muffig und kratzig?

    Muffig und kratzig?

    Über Jahre wuchs in mir der Wunsch einen Plattenspieler zu besitzen und in ruhigen Stunden ganz bewusst ein Album zu hören. In der Realität scheiterte es augenscheinlich an den ruhigen Stunden. Familie, Vollzeitjob und andere Aufgaben ließen in den letzten Jahren wenig Zeit sich mit dem Thema weiter auseinanderzusetzen. 

    So wurde weiter querbeet und nebenbei gestreamt, im Büro, im Auto oder beim Kochen. Schlecht ist das nicht: (fast) alle Titel verfügbar, personalisierte Playlisten die vom Algorithmus erstellt werden und Infos über Neuerscheinung. Musik Streaming Dienste, in meinem Fall spotify, möchte ich nicht missen und sind zurecht auf einem Siegeszug.

    Dass es aber fürs bewusstes Musikhören auch viel besser geht, lernte ich, als ich mir mit Ende 33 meinen ersten Plattenspieler kaufte. 

    Allein der Kauf hatte schon wieder so viel Schönes. Ich traf einen Mann in seiner zur Werkstatt und Vorführraum umgestalteten Dachgeschosswohnung und spürte sofort seine Faszination für Vinyl, Tonband und Tape. Da ich wenig Ahnung und etwas Zeit hatte ließ ich mich in ein Gespräch verwickeln, mir verschiedene Plattenspieler vorstellen (eigentlich war im Vorwege sowohl Gerät als auch Preis vereinbart) und der Vollständigkeit halber auch noch Kostproben von guten Tonbandgeräten und Kassettendecks geben.

    Die Beute auf dem Beifahrersitz

    Das Ende vom Lied: ich war nach 75min wieder draußen am Auto, hatte einen grundüberholten Plattenspieler aus den 80er Jahren und 20 Euro mehr ausgegeben als vorher geplant. Und vor allem hatte ich den Rest des Tages ein Lächeln im Gesicht und das super Gefühl, mir endlich diesen kleinen Wunsch erfüllt zu haben. Monetär keine große Anschaffung und dennoch etwas für die Seele. Ich hatte zwar noch keine einzige Platte aber die Freude den ersten Schritt gemacht zu haben, die Begeisterung dafür das ein Gerät aus den 80er Jahren noch voll funktionsfähig ist (und nicht eine Woche nach Garantieende irreparabel kaputt geht) und die Aussicht nun in Plattenläden und auf Flohmärkten nach Schätzen aus Vinyl stöbern zu können waren absolute glücklichmacher und jeden Cent wert.

    Und heute, circa 1,5 Jahre später, ist meine Euphorie immer noch ungebrochen. Ich habe mittlerweile eine kleine Plattensammlung, die noch nicht mal ganz durchgehört ist, da viele Schenkungen aus dem familiären Umfeld hinzu kamen. 

    Allein die Haptik, manch ein Cover samt Booklet ist ein kleines Kunstwerk und fängt mich, wenn ich es in den Händen halte, noch bevor ich die Scheibe höre. Ohne dass ich den Achtsamkeits-Thrent überbewerten möchte, ist es eine andere, bewusste Art Musik zu hören. In Ruhe ans Regal herantreten, sich eine Scheibe aussuchen, sie mit zum Plattenspieler zu nehmen, aufzulegen, die Nadel auf die erste Rille runterlassen und als kleines Vorspiel, bevor die Musik ertönt, dieses herrliche Knistern zu hören.

    Was ich vorher sehr lange nicht gemacht habe, war Musik zu kaufen. Klar, die monatliche Streaminggebühr, aber nicht gezielt ein Album. Neben den Schätzen aus Plattenläden und von Flohmärkten gefällt mir vor allem auch die Unterstützung von Lieblingskünstlern. Es ist neu für mich gewesen, eine Platte mehrere Monate vor Releasedatum beim Label zu kaufen und dann irgendwann ganz freudig vom DHL Boten überrascht zu werden. 

    Platte zu hören ist für mich irgendwie auch Wertschätzung. Wertschätzung dem Künstler gegenüber, wie eben beschrieben durch den Kauf des Tonträgers. Und Wertschätzung der vom Künstler geschaffenen Musik gegenüber. Kein Shuffle, jedes Lied hat seinen Platz, jedes Lied wird in dem Arrangement wie vom Künstler gedacht gehört, mal nur über Seite A und B, mal über mehrere Platten hinweg. Schön!

    So sind meine Platten sowohl knisternde Zeitzeugen als auch brandneue, kristallklare Schätze aus diversen Musikrichtungen und wenn man sie etwas pflegt, hat man sie ein Leben lang und kann sich daran freuen in vielen bannig kommodigen Stunden!