Autor: Nikolai

  • Dominion – Deckbau-Deluxe und ein echtes Spiele-Highlight

    Dominion – Deckbau-Deluxe und ein echtes Spiele-Highlight

    Wenn man über moderne Brettspielklassiker spricht, kommt man an Dominion einfach nicht vorbei. Für uns bei bannigkommodig.com ist es ein absoluter Dauerbrenner – strategisch, spannend und dabei immer wieder neu. Kein Wunder, dass es zu unseren All-Time-Favorites zählt.

    Worum geht’s bei Dominion?

    Dominion ist das Urgestein der sogenannten Deckbuilding-Spiele. Das heißt: Jeder startet mit einem kleinen, ziemlich unspektakulären Kartendeck. Doch im Laufe des Spiels kauft ihr euch neue Karten dazu – stärkere Aktionen, mehr Geld oder gleich Siegpunkte – und baut euer Deck Stück für Stück zu einer kleinen Machtmaschine aus.

    Das Ziel? Am Ende die meisten Siegpunkte im Deck zu haben. Der Weg dahin? Voller taktischer Entscheidungen, cleverer Kombos und manchmal ein bisschen Schadenfreude.

    Warum wir Dominion lieben:

    • Immer wieder anders: Das Spielprinzip ist simpel – aber die Vielfalt kommt durch die 10 Aktionskartensätze, die man pro Partie auswählt. Und davon gibt’s richtig viele. Jede Runde fühlt sich anders an!
    • Strategie mit Tempo: Kein stundenlanges Grübeln – Dominion spielt sich schnell, ohne an Tiefe zu verlieren. Eine Partie dauert meist nur 30–45 Minuten, aber man will danach sofort die nächste starten.
    • Kein Spielerchaos: Jeder bastelt sich sein eigenes Deck – das minimiert Frust durch Mitspielereingriffe. Trotzdem beobachtet man ganz genau, was die anderen treiben.
    • Einfach bannig kommodig: Wer Spaß an cleveren Kartenspielen hat, wird hier glücklich. Und obwohl es viel Strategie gibt, fühlt es sich nie sperrig an. Dominion fließt einfach – und das macht es für uns so gemütlich und gut.

    Unser Fazit:

    Dominion ist ein echter Meilenstein unter den Brettspielen – zu Recht Spiel des Jahres 2009 und noch immer topaktuell. Das Grundspiel allein bietet schon massig Spielspaß, aber wer Blut leckt, kann sich mit den vielen Erweiterungen austoben.Es ist schnell aufgebaut, flott gespielt und dabei voller Möglichkeiten. Für uns ganz klar: Dominion gehört in jedes gut sortierte Spiele-Regal – direkt neben Carcassonne.

    Empfehlung von uns für euch: Dominion ist für alle, die Kartenspiele mögen, strategisch denken und es trotzdem gern entspannt haben – also quasi für alle. Losspielen lohnt sich!

  • Fossilien suchen an der Norddeutschen Ostsee: Ein meditativer Ausflug in die Vergangenheit

    Fossilien suchen an der Norddeutschen Ostsee: Ein meditativer Ausflug in die Vergangenheit

    Es gibt kaum etwas Beruhigenderes, als an einem frühen Morgen die frische, salzige Luft der Ostsee einzuatmen und den Blick über den sanft plätschernden Wellen des Meeres schweifen zu lassen. Die Geräusche des Wassers und das leise Knirschen von Steinen unter den Füßen trägt zu einer einzigartigen Atmosphäre bei, die fast schon meditativ wirkt. Für uns gibt es dabei nichts Schöneres, als sich auf die Suche nach Fossilien zu begeben und dabei einen Schritt zurück in die Vergangenheit zu machen.

    Die Schätze an der Ostsee: Fossilien entdecken

    Die Norddeutsche Ostsee hat für Fossilienfreunde einiges zu bieten. In den Küstenregionen der Eckernförder Bucht können “Schätze” aus längst vergangenen Zeiten gefunden werden. Was sich dort am Strand zwischen Algen, Treibholz und Plastikmüll im Geschiebe verbirgt, ist Jahrmillionen alt und erzählt uns von einer Welt lange vor unserer Zeit.

    Besonders häufig finden sich in der Region Fossilien von Meeresbewohnern, wie zum Beispiel Donnerkeile (Belemniten und Endocerida), Schwämme, Korallen, Seeigel, Muscheln aber auch Faxekalk oder Faserkalk, die zu den typischen Zeugen des Urmeeres gehören. Manchmal entdeckt man auch Haifischzähne oder Knochenfragmente, die von längst ausgestorbenen Tieren stammen. Besonders spannend sind die Fossilien, die uns einen Einblick in die Flora und Fauna vergangener Erdzeitalter bieten, zum Beispiel als Abdruck auf Steinen und uns dabei eine Geschichte erzählen, die weit vor unserer eigenen Zeit spielt.

    Die Möglichkeit Fossilien aus den unterschiedlichsten Regionen und Zeiten zu finden, ist im Geschiebe am Strand einmalig. Zwar sind Funde aus Gruben oft besser erhalten, da die meisten Stücke am Strand durch den Gletschertransport und die Wellen abgerollt sind. Doch die Vielfalt und vor allem die tolle Umgebung (im Vergleich zu einer Grube) macht diesen Nachteil für mich locker wett.

    Geschiebe am Strand

    Neben den eher “üblichen” Funden gibt es in der Region auch die Möglichkeit, Bernstein zu entdecken – das goldene „Juwel“ der Küste. Das fossilierte Harz von Bäumen, das oft winzige Insekten oder Pflanzenteile eingeschlossen hat, kann je nach Glück und Geduld als besonders schöner Fund den Tag versüßen.

    Das meditative Hobby: Fossilien suchen als “Therapie”

    Doch das Suchen nach Fossilien hat für mich nicht nur eine naturwissenschaftliche Seite – es ist auch ein echtes Hobby für die Seele. Die Ruhe, die beim Streifzug am Strand entsteht, ist kaum mit anderen Erlebnissen zu vergleichen. Man bewegt sich in einem gleichmäßigen Rhythmus, der den Geist beruhigt und den Körper aktiviert. Es gibt keinen stressigen Termindruck, keine Hektik – nur das Suchen nach einem kleinen Stein, der sich als uraltes Relikt herausstellen könnte. Die Luft ist frisch, das Meer rauscht im Hintergrund und jeder entdeckter “Schatz” ist wie ein kleiner Triumph.

    Es hat etwas Meditatives, fast schon Therapeutisches, diesen „Flow“ zu erleben: Man lässt den Blick über den Boden schweifen, ohne Hektik, ohne Eile. Jeder Schritt ist eine kleine Reise, jeder Fund ein Moment der Freude und des Staunens. Man spürt förmlich, wie die Gedanken zur Ruhe kommen, wie der Alltagsstress von einem abfällt, und wie der Moment im Einklang mit der Natur genossen wird.

    In der Eckernförder Bucht finden wir dafür den perfekten Ort. Der Strand dort ist weitläufig und bietet eine wunderschöne Kulisse für lange Spaziergänge. Der sanfte Wind, die Wellen und der weite Blick übers Wasser tun ihr Übriges, um die Seele baumeln zu lassen.

    Fossilien suchen: Der perfekte Ausgleich zum Alltag

    Das Suchen nach Fossilien ist nicht nur eine spannende Beschäftigung, sondern auch ein wunderbarer Ausgleich zum oft hektischen Alltag. Die Bewegung an der frischen Luft, das Eintauchen in die Natur und die Konzentration auf das Suchen fördern eine tiefe Achtsamkeit. Und wenn man dann mit einem seltenen Fund das Gefühl hat, ein Stück Geschichte in den Händen zu halten, ist die Freude umso größer.

    Für uns gehört der Besuch an der Ostsee und die Fossiliensuche zur schönsten Art der Entspannung. Es ist der perfekte Moment, um dem Alltag zu entfliehen und die Verbindung zu einer uralten Geschichte zu spüren – ganz ohne Stress, ganz ohne Druck. Der Strand, das Meer, die Ruhe und die Schätze, die unter unseren Füßen verborgen sind, bieten nicht nur eine spannende Entdeckungsreise, sondern auch eine Quelle der inneren Ruhe und Zufriedenheit.

    Wenn auch du Lust hast, in die Geschichte der Erde einzutauchen und dich von der Ostsee verzaubern zu lassen, dann pack deinen Rucksack, schnür die Stiefel und ab geht’s an den Strand – die Fossilien warten nur darauf, entdeckt zu werden!

  • Ein perfektes Wochenende in Oslo: Sonnenschein, Kultur & Genuss

    Ein perfektes Wochenende in Oslo: Sonnenschein, Kultur & Genuss

    Oslo im Mai – Sonne, frische Luft und eine pulsierende Stadt, die darauf wartet, entdeckt zu werden. Ein Wochenende voller Highlights, schöner Ecken und skandinavischer Leichtigkeit.

    Am Freitagnachmittag geht es los. Nach einem kurzen Flug von Hamburg landen wir am frühen Abend in Oslo. Dank der guten Anbindung kommen wir schnell mit dem Bus zu unserem Hotel – dem stylischen Radisson RED im Stadtteil Løren. Der Stadtteil ist modern, ruhig und bietet eine gute Ausgangslage für unsere Erkundungstouren. Ein kurzer, abendlicher Spaziergang durch die Nachbarschaft gibt uns einen ersten Eindruck: urban, entspannt, ein Mix aus Wohnhäusern und kleinen Geschäften.

    Wir entscheiden uns, im Supermarkt ein paar Kleinigkeiten zum Abendessen zu kaufen: leckeren Fisch, einen Salat, etwas Brot und Dips. Ausgebremst wurden wir beim Feierabendbierchen, da der Verkauf von alkoholischen Getränken ab 20.00 Uhr nicht mehr gestattet ist – so erfuhren wir an der Kasse und es war 20.30 Uhr 🙁 Dies merkten wir uns für den Folgetag und entschlossen nach dem Abendessen die Hotelbar im obersten Stockwerk aufzusuchen, da uns an der Rezeption die Dachterrasse wärmstens empfohlen wurde. Doch mist! Wir waren schon wieder zu spät, die Dachterrasse der Hotelbar war nur bis 22.00 Uhr begehbar – aus Lärmschutzgründen. Also wurde es ein teures Bier an der Bar – ohne Aussicht.

    Am Samstag ging es ausgeschlafen und voller Tatendrang los. Unser erster Stopp: der berühmte Frognerpark mit den beeindruckenden Skulpturen von Gustav Vigeland. Die Kunstwerke sind faszinierend – mal verspielt, mal dramatisch, aber immer ausdrucksstark. Weiter geht’s zum Königlichen Schloss, wo wir die weitläufige Parkanlage genießen und das imposante Gebäude bestaunen.

    Von dort aus schlendern wir durch das Zentrum, vorbei an schicken Boutiquen und hyggeligen Cafés, bis wir den Hafen erreichen. In Skillebekk machen wir eine kurze Pause, bevor wir zur Museumsinsel Bygdøy übersetzen. Dort stehen einige der bekanntesten Museen Oslos – ein Paradies für Geschichts- und Kunstliebhaber. Wir Kunstbanausen entschieden uns aber für ein kühles Getränk im schatten des Fjords und ließen unsere Füße ins Wasser baumeln.

    Nachmittags gönnen wir uns ein kleines Abenteuer: Mit dem E-Scooter düsen wir zum spektakulären Opernhaus, das nicht nur architektonisch ein Highlight ist, sondern auch vom begehbaren Dach eine fantastische Aussicht über den Fjord bietet. Der Tag war abwechslungsreich und schnell verflogen. Für ein abendliches Bier am Wasser wollten wir diesmal rechtzeitig einkaufen und entschlossen uns vor dem Abendessen noch kurz einen Supermarkt aufzusuchen. Doch es war uns dieses Wochenende scheinbar nicht gegönnt, denn wie wir nun lernen mussten, ist am Samstag bereits ab 18 Uhr der Außerhaus-Verkauf von Alkohol in Oslo untersagt… Nach so viel Sightseeing hatten wir uns ein gutes Abendessen verdient – und wo ginge das besser als in Aker Brygge? Direkt am Wasser genießen wir ein super leckeres Essen und lassen den Abend entspannt bei einem (teuren) Bier ausklingen.

    Der Sonntag beginnt mit einem grandiosen Frühstück im Hotel. Gestärkt geht’s nach Grünerløkka Vest, Oslos Szeneviertel, das mit seinen kleinen Läden, Straßenkunst und Cafés besticht. Besonders schön: der Kunsthandwerkermarkt an der Akerselva. Hier stöbern wir nach einzigartigen Souvenirs und lassen uns von der Kreativität der Aussteller inspirieren.

    Ein kurzer Abstecher in den Nedre Foss Park rundet den Vormittag ab. Doch dann wird es spannend – die Zeit ist schneller verflogen als gedacht, und plötzlich wird es knapp mit dem Rückflug. Mit einem kleinen Adrenalinschub schaffen wir es aber gerade noch rechtzeitig zum Flughafen und können unseren Rückflug nach Hamburg antreten – mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck.

    Fazit: Oslo – eine Stadt zum Wiederkommen

    Oslo hat uns begeistert! Die Stadt ist kompakt, aber voller Erlebnisse. Ob Natur, Kultur oder Kulinarik – es gibt so viel zu entdecken. Und das Beste: Durch die kurzen Wege ist ein Wochenende völlig ausreichend, um sich in die Stadt zu verlieben. Wir kommen bestimmt wieder!

  • Carcassonne – Unser All-Time-Favorite

    Carcassonne – Unser All-Time-Favorite

    Wir spielen gerne. Im Winter mehr als im Sommer, aber auch am Wohnwagen oder auf Reisen ist meistens mindestens ein Spiel dabei. Es gibt gute neue Spiele und es gibt absoluten Dauerbrenner, die immer wieder auf dem Tisch landen: Ein Spiel dieser letzten Kategorie ist für uns Carcassonne. Dieses Spiel ist für uns nicht nur ein Klassiker, sondern ein echtes Herzstück unserer Sammlung – und wir möchten es euch wärmstens empfehlen!

    Was ist Carcassonne eigentlich?

    Carcassonne ist ein Legespiel, das schon seit über 20 Jahren für gute Laune sorgt. Jeder Spieler zieht reihum eine Landschaftskarte und platziert sie so, dass sie zu den bereits ausgelegten Karten passt – dabei entstehen Städte, Straßen, Klöster und Wiesen. Auf diese Flächen kann man dann seine Gefolgsleute setzen, um Punkte zu sammeln. Klingt einfach? Ist es auch – aber gleichzeitig steckt jede Menge Taktik und Raffinesse darin.

    Warum lieben wir Carcassonne?

    • Schneller Einstieg: Die Regeln sind fix erklärt, also perfekt für Neulinge und Gelegenheitsspieler. Auch Freunde, die sonst eher „Mensch ärgere dich nicht“ spielen, haben hier ihren Spaß.
    • Taktik trifft Entspannung: Carcassonne ist entspannt – man kann nebenbei quatschen, snacken und trotzdem klug spielen. Es hat genau die richtige Mischung aus Strategie und Lockerheit.
    • Unendliche Variationen: Durch Erweiterungen wie Wirtshäuser und Kathedralen, Der Fluss oder Die Räuber bleibt es immer spannend. Aber auch das Grundspiel allein bietet schon richtig viel Spieltiefe.
    • Einfach bannig kommodig: Es hat dieses besondere Etwas, das für uns „kommodig“ bedeutet – Gemütlichkeit, Spielspaß und ein bisschen Wettbewerb in genau der richtigen Dosis.

    Unser Fazit:

    Carcassonne ist ein Spiel, das wir immer wieder aus dem Regal holen – ob zu zweit bei einem ruhigen Abend oder in größerer Runde. Es ist zugänglich, aber nicht langweilig. Und: Es hat diesen gewissen Suchtfaktor. „Nur noch eine Runde, oder?“ wird bei uns regelmäßig gesagt.

    Wenn ihr also auf der Suche nach einem Spiel seid, das Generationen verbindet, Spaß macht und trotzdem nicht zu verkopft ist – dann ist Carcassonne genau das Richtige.

    Empfehlung von uns für euch: Holt euch Carcassonne – es gehört in jedes gut sortierte Spieleregal. Versprochen!

  • Muffig und kratzig?

    Muffig und kratzig?

    Über Jahre wuchs in mir der Wunsch einen Plattenspieler zu besitzen und in ruhigen Stunden ganz bewusst ein Album zu hören. In der Realität scheiterte es augenscheinlich an den ruhigen Stunden. Familie, Vollzeitjob und andere Aufgaben ließen in den letzten Jahren wenig Zeit sich mit dem Thema weiter auseinanderzusetzen. 

    So wurde weiter querbeet und nebenbei gestreamt, im Büro, im Auto oder beim Kochen. Schlecht ist das nicht: (fast) alle Titel verfügbar, personalisierte Playlisten die vom Algorithmus erstellt werden und Infos über Neuerscheinung. Musik Streaming Dienste, in meinem Fall spotify, möchte ich nicht missen und sind zurecht auf einem Siegeszug.

    Dass es aber fürs bewusstes Musikhören auch viel besser geht, lernte ich, als ich mir mit Ende 33 meinen ersten Plattenspieler kaufte. 

    Allein der Kauf hatte schon wieder so viel Schönes. Ich traf einen Mann in seiner zur Werkstatt und Vorführraum umgestalteten Dachgeschosswohnung und spürte sofort seine Faszination für Vinyl, Tonband und Tape. Da ich wenig Ahnung und etwas Zeit hatte ließ ich mich in ein Gespräch verwickeln, mir verschiedene Plattenspieler vorstellen (eigentlich war im Vorwege sowohl Gerät als auch Preis vereinbart) und der Vollständigkeit halber auch noch Kostproben von guten Tonbandgeräten und Kassettendecks geben.

    Die Beute auf dem Beifahrersitz

    Das Ende vom Lied: ich war nach 75min wieder draußen am Auto, hatte einen grundüberholten Plattenspieler aus den 80er Jahren und 20 Euro mehr ausgegeben als vorher geplant. Und vor allem hatte ich den Rest des Tages ein Lächeln im Gesicht und das super Gefühl, mir endlich diesen kleinen Wunsch erfüllt zu haben. Monetär keine große Anschaffung und dennoch etwas für die Seele. Ich hatte zwar noch keine einzige Platte aber die Freude den ersten Schritt gemacht zu haben, die Begeisterung dafür das ein Gerät aus den 80er Jahren noch voll funktionsfähig ist (und nicht eine Woche nach Garantieende irreparabel kaputt geht) und die Aussicht nun in Plattenläden und auf Flohmärkten nach Schätzen aus Vinyl stöbern zu können waren absolute glücklichmacher und jeden Cent wert.

    Und heute, circa 1,5 Jahre später, ist meine Euphorie immer noch ungebrochen. Ich habe mittlerweile eine kleine Plattensammlung, die noch nicht mal ganz durchgehört ist, da viele Schenkungen aus dem familiären Umfeld hinzu kamen. 

    Allein die Haptik, manch ein Cover samt Booklet ist ein kleines Kunstwerk und fängt mich, wenn ich es in den Händen halte, noch bevor ich die Scheibe höre. Ohne dass ich den Achtsamkeits-Thrent überbewerten möchte, ist es eine andere, bewusste Art Musik zu hören. In Ruhe ans Regal herantreten, sich eine Scheibe aussuchen, sie mit zum Plattenspieler zu nehmen, aufzulegen, die Nadel auf die erste Rille runterlassen und als kleines Vorspiel, bevor die Musik ertönt, dieses herrliche Knistern zu hören.

    Was ich vorher sehr lange nicht gemacht habe, war Musik zu kaufen. Klar, die monatliche Streaminggebühr, aber nicht gezielt ein Album. Neben den Schätzen aus Plattenläden und von Flohmärkten gefällt mir vor allem auch die Unterstützung von Lieblingskünstlern. Es ist neu für mich gewesen, eine Platte mehrere Monate vor Releasedatum beim Label zu kaufen und dann irgendwann ganz freudig vom DHL Boten überrascht zu werden. 

    Platte zu hören ist für mich irgendwie auch Wertschätzung. Wertschätzung dem Künstler gegenüber, wie eben beschrieben durch den Kauf des Tonträgers. Und Wertschätzung der vom Künstler geschaffenen Musik gegenüber. Kein Shuffle, jedes Lied hat seinen Platz, jedes Lied wird in dem Arrangement wie vom Künstler gedacht gehört, mal nur über Seite A und B, mal über mehrere Platten hinweg. Schön!

    So sind meine Platten sowohl knisternde Zeitzeugen als auch brandneue, kristallklare Schätze aus diversen Musikrichtungen und wenn man sie etwas pflegt, hat man sie ein Leben lang und kann sich daran freuen in vielen bannig kommodigen Stunden!

  • Eine schöne Geschichte in einer unwirklichen Zeit

    Eine schöne Geschichte in einer unwirklichen Zeit

    Deutschland im April 2021, Corona-Lockdown: Jedes Bundesland, jeder Kreis, jede Stadt tat sich mit eigenen Maßnahmen, Reisebeschränkungen, Beherberungsverboten, geschlossenen Lokalen und Ladengeschäften hervor. Mal nach Inzidenz, mal nach genereller Verordnung.

    Aus dieser Zeit ist mir ein Wochenende besonders in Erinnerung geblieben, welches vermutlich gerade aufgrund dieser Gemengelage zu einem bannig kommodigen Abenteuer wurde. 

    Das Abholen eines Kleinanzeigen-Kaufes klingt erst einmal unspektakulär. Aber allein dieses Vorhaben hatte schon eine unglaubliche positive Energie ausgelöst. Zum einen, da wir uns unglaublich auf das neue Equipment freuten, mit dem wir eine weitere Facette unseres Hobbys Fotografie erobern konnten. Zum Anderen, da der Abholort mit Salzgitter, aus Hamburg kommend, einen kleinen Roadtrip versprach und damit eine sehr willkommene Abwechslung im Lockdown.

    Fotolabor in Dunkelkammer

    Ein paar Tage zuvor hatten wir auf Kleinanzeigen ein komplettes Fotolabor erstanden, mit dem wir uns eine Dunkelkammer im heimischen Keller einrichten konnten und an diesem Samstag war die Abholung am späten Vormittag vereinbart. Am Vorabend entstand die Idee, den Grund der Reise zu nutzen, um etwas mehr draus zu machen. Denn wenn wir schon in den Nordharz fahren, dann können wir dort am Nachmittag auch wandern gehen – so der erste Gedanke. Dies geht schließlich auch im Lockdown. Diese Idee wurde schnell größer und am Ende des Abends waren die Rücksitze des Autos umgelegt und selbiges mit einer kleinen Campingausrüstung und Matratzen zum übernachten ausgestattet. Denn auch wenn Hotels und Gaststätten geschlossen sind, einen gemütlichen, naturnahen Stellplatz für eine Nacht werden wir schon finden, so unsere Idee.

    …bereit fürs Abenteuer

    Als es am Samstagmorgen ausgestattet mit einer kleinen Snacktasche und einem heißen Kaffee losging, waren wir voller Vorfreude: auf das neue Equipment, auf das Wandern und darauf endlich mal wieder rauszukommen für mehr als einen Tagesausflug.

    Und es wurde richtig schön! Die Fahrt nach Salzgitter war fix gemacht, das Equipment zur Fotoentwicklung schnell abgeholt und im Auto verstaut. Obwohl letzteres doch schwieriger war als gedacht, da sich das Fotolabor als sehr umfangreich darstellte. Diese Tatsache schrieb uns kurzzeitig Fragezeichen ins Gesicht, da die geplante Fläche zum Schlafen nun komplett mit Kisten zugestellt war. Aber wir waren uns sicher eine Lösung zu finden und im Zweifel würde es doch ohne Übernachtung direkt nach Hause gehen.

    Und dann folgte der zweite Teil, auf den wir uns sehr freuten. Eine kleine Wanderung irgendwo zwischen Clausthal-Zellerfeld und Goslar. Hier einige Impressionen:

    Die Stunden in der Natur haben uns den Lockdown vergessen lassen, aber am Auto angekommen holte uns die Realität fix wieder ein: bei dem Versuch uns einen Kaffee zu kochen mussten wir feststellen, dass wir keine Gaskartusche für den Kocher mitgenommen hatten. Ärgerlich. Glück im Unglück, die Baumärkte durften in Niedersachsen öffnen, allerdings war ein Besuch nur mit vorheriger Terminvereinbarung möglich. Also schnell den nächsten Baumarkt gegoogelt, Termin gebucht und Gas gekauft. Eine Anekdote die heute, knapp 1,5 Jahre später, schon sehr surreal wirkt.

    Bei einem frisch gebrühtem Kaffee überlegten wir uns, wie unsere kleine Tour weitergehen sollte. Nach Hause fahren schlossen wir als Option schnell aus. Blieb die Frage wo wir unser Auto für die Nacht parken sollten. Wir entschlossen uns letztendlich dafür in Richtung Hamburg zurück zu fahren und irgendwo im Nationalpark Lüneburger Heide einen ruhigen Platz in der Natur zu suchen. Beim finden half uns letztendlich die App park4night.

    Irgendwie haben wir es geschafft die Liegefläche für die Nacht freizuschaufeln.
    Es war eine wunderschöne, sternenklare Nacht…
    …allerdings auch recht frostig (beim Blick auf unser Autodach wurden wir an den Restschnee im Harz erinnert).

    Der nächste Morgen begrüßte uns mit Sonnenschein und nach einem leckeren „Reste Frühstück“ mit frischem Kaffee waren wir wieder durchgewärmt und starteten einen ausgiebigen Spaziergang durch die Heidelandschaft.

    Anschließend ging es zurück nach Hause. Mit einem Fotolabor, vielen tollen Eindrücken und der Erkenntnis im Gepäck, dass es nicht zwingen Hotels und Restaurants benötigt um ein gelungenen Wochenendtrip zu machen.

  • Ein perfektes Camping-Wochenende in Süddänemark

    Ein perfektes Camping-Wochenende in Süddänemark

    Letztes Wochenende haben wir mit unserem Schwalbennest ein traumhaftes Wochenende in Süddänemark erlebt. Unser Ziel: Skarrev Camping in Aabenraa – ein Campingplatz, der direkt am Wasser liegt und uns sofort verzaubert hat.

    Freitag: Ankommen und Durchatmen Nach einer entspannten Anreise rollten wir am späten Freitagnachmittag auf unseren Stellplatz – nur wenige Meter vom Wasser entfernt. Die Meeresbrise, das sanfte Wellenrauschen und die herrliche Aussicht ließen uns sofort im Urlaubsmodus ankommen. Schnell war unser Platz eingerichtet, und der Abend klang mit einem Spaziergang am Strand, den Füßen im Wasser und einer Partie Schach vor dem Wohnwagen aus.

    Samstag: Aabenraa erkunden Nach einem gemütlichen Frühstück mit Blick aufs Wasser und einer Abkühlung in der Ostsee zog es uns in die nahegelegene Stadt Aabenraa.

    Die süße Innenstadt mit ihren kleinen Läden, Cafés und historischen Gassen hat uns sofort in ihren Bann gezogen. Wir schlenderten durch die Fußgängerzone, stöberten in den Boutiquen und gönnten uns ein Softeis. Danach ging es zurück zum Campingplatz, wo wir den Tag mit einem Sprung ins Wasser und einem Grillabend ausklingen ließen.

    Sonntag: Frühstück mit Aussicht & ein Hot-Dog zum Abschied Am letzten Morgen genossen wir unser Frühstück nach dem Check-Out direkt am Wasser – es gibt kaum einen schöneren Platz. Der Ausblick, die Sonne und der Duft von frisch gebrühtem Kaffee machten diesen Moment perfekt. Nach dem Frühstück ging es noch einmal ins Wasser. Bevor wir die Heimreise antraten, legten wir noch einen letzten Stopp in Aabenraa ein: Ein klassischer dänischer Hot Dog musste einfach sein – der krönende Abschluss eines rundum gelungenen Wochenendes.

    Fazit: Einer der schönsten Plätze bisher! Skarrev Camping hat uns mit seiner Lage, der entspannten Atmosphäre und der Nähe zu Aabenraa wirklich begeistert. Unser Schwalbennest hat sich hier pudelwohl gefühlt – und wir auch! Wer ein entspanntes Camping-Wochenende mit Meerblick sucht, ist hier genau richtig. Wir kommen definitiv wieder!

  • Auf zu neuen Ufern

    Auf zu neuen Ufern

    Meine erste Kamera war eine analoge Kamera von Kodak, da war ich 8 oder 9 Jahre alt. Dann strömten die Digitalkameras auf den Markt und ich sparte auf eine digitale Kompaktkamera und das analoge Fotografieren, mit Zeit für Motivauswahl und bewusstem Auslösen geriet völlig in Vergessenheit.

    In Kindheit und Jugend war Fotografieren Mittel zum Zweck, um Erinnerungen festzuhalten und später zu teilen. Ein richtiges Verständnis für die Fotografie, die Prozesse und Gestaltungsmöglichkeiten hatte ich nicht. 

    Es folgte aus kreativem Interesse während meiner Studienzeit die erste digitale Spiegelreflexkamera. Bei Gelegenheit ergänzte ich mein Equipment um Objektive, Blitze und später um eine zweite DSLR. Die Bilder wurden besser, aber viele Einstellungen überließ ich weiter der Kamera und machte mir keinen Kopf über die dahinterliegenden Basics.

    Aber genug des Vorworts, in diesem Beitrag soll es weder um die Fotografischen-Basics gehen, noch um eine Gegenüberstellung von analoger und digitaler Fotografie. Es geht vielmehr darum, wie uns ein Flohmarktkauf und die anschließende Reparatur in die Welt der „echten“ Analogfotografie eintauchen ließ. Ein Hobby, in dem es viel zu lernen und entdecken gibt.

    Die Olympus OM-2 soll heute im Fokus stehen. Auf dem Flohmarkt für kleines Geld gekauft. Optisch mit Gebrauchsspuren, aber sie löste aus und klickte ganz wunderbar dabei. Da ich keine Ahnung hatte, reichte mir das. Für den Preis wäre es auch ein guter Dekoartikel für das Regal mit meinem Fotoequipment geworden. 

    Die folgenden drei Wochen im Zeitraffer: Montag Kodak-Farbfilm gekauft; bis Donnerstag halbwegs sinnvoll gefüllt; Freitag in die Drogerie gebracht und dann knapp zwei Wochen auf die entwickelten Fotos gewartet. 

    Das Ergebnis war leider ernüchternd. Helligkeit von allen Seiten machte jedes Bild unbrauchbar. Es war klar, hier war etwas Pflege und Instandsetzung nötig. Die Lichtdichtung hinter der Rückklappe war porös und hatte sich zum Teil aufgelöst. Einige YouTube Tutorials später besorgten wir uns Öl, Skalpell, dünnes Schwarzes Moosgummi, Zahnstocher, Kleber, Wattestäbchen und Nagellackentferner und machten uns ans Werk.

    Erst die alten Dichtungsreste entfernen, anschließend alles gründlich säubern und zu guter Letzt die neue Dichtung zuschneiden und in die Führung einsetzen – verkleben brauchten wir sie gar nicht.

    Nach der Instandsetzung folgte das „Lernen“ der Fotografie-Basics.

    Nun mussten wir uns wieder in Geduld üben. Es galt erneut einen Film zu füllen und in so einer „Testsituation“ sind 36 Bilder echt viel. Anschließend wieder das Warten auf das Fotolabor und schließlich der spannende Moment mit den Fotos in der Hand. Die Spannung war groß und die Freude noch größer. Unser Bemühen war erfolgreich und die Fotos waren etwas geworden. Also rein technisch. Die meisten Fotos zeigten aber auch, dass es noch einiges zu lernen gab in punkto Einstellung der Blende, Verschlusszeit und so weiter.

    Die Olympus ist zu einem guten Begleiter geworden.

    Unser Ehrgeiz war geweckt und es begann eine wunderbare Reise in die Welt der analogen Fotografie. Eine Reise, in der es für uns noch täglich neue Dinge zu entdecken gibt und eine Reise, die in aller Ruhe vonstatten geht. Denn im Gegensatz zur digitalen Fotografie, wo man nach jedem Auslösen das Resultat prüfen kann, haben wir oft erst ein Vierteljahr später die Bilder in der Hand. Dies ist sehr entschleunigend und irgendwie bannig kommodig.

  • Eine Liebeserklärung an unser Schwalbennest

    Eine Liebeserklärung an unser Schwalbennest

    Im Vergleich zu einem modernen Wohnwagen bietet unser Oldtimer geringen Komfort, keine technischen Hilfen und wenig Platz – wer würde sich nicht sofort verlieben?

    Übernachten an der Elbe.

    Das Schwalbennest ist ein Zeuge aus einem längst vergangenen Jahrzehnt, sehr viel älter als ich und immer noch einsatzbereit für den Zweck seiner Herstellung. Das fasziniert mich!

    Warum ist das so? Schwer zu sagen.

    Er löst keine wehmütige Kindheits- und Jugenderinnerungen aus, denn ich war früher „nur“ Zelten und dies immer in Kombination mit einem anderen Hobby welches im Vordergrund stand: dem Rudern oder aber auch auf Festivals.

    Auch ist es weniger die Sehnsucht nach einer nicht selbst erlebten Epoche, die 70er Jahre sind ein Jahrzehnt welches mich wenig interessiert. Es ist vielmehr das Statement was er jetzt und heute für mich verkörpert:

    Entschleunigung und Rückbesinnung

    Unser Schwalbennest verkörpert für mich noch das ursprüngliche Campinggefühl. Klar, es ist mehr als Schlafsack, Luftmatratze und Zelt, aber immer noch sehr nah dran an der Natur, ein Hauch von Abenteuer und das Gefühl, der Zivilisation zumindest für diese Augenblicke ein klein wenig entronnen zu sein. Für mich macht das Übernachten im Schwalbennest andere Outdoor-Hobbys noch intensiver erlebbar: Nach dem erkunden eines Sees mit dem SUP, nach einem Fotostreifzug durch den Wald oder einem Nachmittag am Strand – es macht einen Unterschied ob ich in ein Hotelzimmer zurückkehre oder in der Outdoor-Umgebung bleibe. Es ist ist einfach ein tolles Gefühl und ein entschleunigendes Erlebnis am Abend mit einem kühlen Bier die hereinbrechende Nacht und die aufgehenden Sterne zu beobachten. Das Abkühlen der Luft zu spüren, am Feuer sitzend mit Blick aufs Wasser. Und es ist ein erdendes Gefühl des Nachts den Regen auf das Wohnwagendach trommeln zu hören oder einen Sturm an den Wänden ruckeln zu spüren. Es ist ein Perspektivwechsel der mir zeigt wie klein der Mensch ist im Vergleich zur Natur und auch zeigt wie gut wir es haben in unseren festen Behausungen.

    Nachhaltigkeit und „Heimwerker“-Projekt

    Ich mag es gute Dinge second hand zu kaufen, anstatt nur auf Neuware zu setzen. Ein neuer Wohnwagen hätte für mich nicht denselben Charm, auch wenn es da ohne Frage sehr schöne und Modelle mit raffinierter Ausstattung gibt.

    Die Weiternutzung eines Oldtimers mit eigener Geschichte ist mein Beitrag zum Umweltschutz.

    Und ich möchte selber „Anpacken“ können. Kleine Schönheitsreparaturen, Pflege und Instandsetzung als gemeinsame Projekte umzusetzen. Dafür steht dieser Oldtimer auch. Hier und da etwas MacGyver-Pfadfindergeist, gepaart mit handwerklichem Geschick – so wird DAS Schwalbennest zu UNSEREM Schwalbennest. Dabei steigt mit jedem Handgriff die Vorfreude auf den nächsten gemeinsamen Trip.

    Freiheit und Flexibilität

    Für mich ist es auch ein Statement für die Lust an der Flexibilität in einem sonst sehr durchgeplanten Alltag. Aufbrechen, rauskommen, unterwegs sein und ein wenig auch ausbrechen. Spontan und ohne sorgfältiger Vorplanung kann es losgehen, mit dem Gefühl überall zu Hause zu sein. Immer parat – unsere Instant-Freiheit sozusagen. Das Leben im Hier und Jetzt zu spüren und dieses Gefühl von „barfuß leben“ lässt den Abstand zum Alltag schnell immer größer werden.

    Ein gemeinsames Hobby

    Und trotz seiner Historie ist unser Schwalbennest nicht zuletzt auch ein Statement für einen neuen Lebensabschnitt. Er verkörpert für mich neue Augenblicke wie diesen: Ich höre beim Aufwachen das Zwitschern der Vögel, mit noch leicht verschlafenen Augen öffne ich die Tür des Schwalbennestes und spüre die frische Morgenluft hineinströmen. Es reicht schon jetzt nach einem herrlichen Sommertag! Sabi kocht den ersten Kaffee, während wir gemeinsam den Frühstückstisch vorbereiten. Schöner kann ein Tag für mich nicht beginnen.

    Einfach #BanningKommodig