Im Vergleich zu einem modernen Wohnwagen bietet unser Oldtimer geringen Komfort, keine technischen Hilfen und wenig Platz – wer würde sich nicht sofort verlieben?

Das Schwalbennest ist ein Zeuge aus einem längst vergangenen Jahrzehnt, sehr viel älter als ich und immer noch einsatzbereit für den Zweck seiner Herstellung. Das fasziniert mich!

Warum ist das so? Schwer zu sagen.
Er löst keine wehmütige Kindheits- und Jugenderinnerungen aus, denn ich war früher „nur“ Zelten und dies immer in Kombination mit einem anderen Hobby welches im Vordergrund stand: dem Rudern oder aber auch auf Festivals.
Auch ist es weniger die Sehnsucht nach einer nicht selbst erlebten Epoche, die 70er Jahre sind ein Jahrzehnt welches mich wenig interessiert. Es ist vielmehr das Statement was er jetzt und heute für mich verkörpert:
Entschleunigung und Rückbesinnung
Unser Schwalbennest verkörpert für mich noch das ursprüngliche Campinggefühl. Klar, es ist mehr als Schlafsack, Luftmatratze und Zelt, aber immer noch sehr nah dran an der Natur, ein Hauch von Abenteuer und das Gefühl, der Zivilisation zumindest für diese Augenblicke ein klein wenig entronnen zu sein. Für mich macht das Übernachten im Schwalbennest andere Outdoor-Hobbys noch intensiver erlebbar: Nach dem erkunden eines Sees mit dem SUP, nach einem Fotostreifzug durch den Wald oder einem Nachmittag am Strand – es macht einen Unterschied ob ich in ein Hotelzimmer zurückkehre oder in der Outdoor-Umgebung bleibe. Es ist ist einfach ein tolles Gefühl und ein entschleunigendes Erlebnis am Abend mit einem kühlen Bier die hereinbrechende Nacht und die aufgehenden Sterne zu beobachten. Das Abkühlen der Luft zu spüren, am Feuer sitzend mit Blick aufs Wasser. Und es ist ein erdendes Gefühl des Nachts den Regen auf das Wohnwagendach trommeln zu hören oder einen Sturm an den Wänden ruckeln zu spüren. Es ist ein Perspektivwechsel der mir zeigt wie klein der Mensch ist im Vergleich zur Natur und auch zeigt wie gut wir es haben in unseren festen Behausungen.
Nachhaltigkeit und „Heimwerker“-Projekt
Ich mag es gute Dinge second hand zu kaufen, anstatt nur auf Neuware zu setzen. Ein neuer Wohnwagen hätte für mich nicht denselben Charm, auch wenn es da ohne Frage sehr schöne und Modelle mit raffinierter Ausstattung gibt.
Die Weiternutzung eines Oldtimers mit eigener Geschichte ist mein Beitrag zum Umweltschutz.
Und ich möchte selber „Anpacken“ können. Kleine Schönheitsreparaturen, Pflege und Instandsetzung als gemeinsame Projekte umzusetzen. Dafür steht dieser Oldtimer auch. Hier und da etwas MacGyver-Pfadfindergeist, gepaart mit handwerklichem Geschick – so wird DAS Schwalbennest zu UNSEREM Schwalbennest. Dabei steigt mit jedem Handgriff die Vorfreude auf den nächsten gemeinsamen Trip.
Freiheit und Flexibilität
Für mich ist es auch ein Statement für die Lust an der Flexibilität in einem sonst sehr durchgeplanten Alltag. Aufbrechen, rauskommen, unterwegs sein und ein wenig auch ausbrechen. Spontan und ohne sorgfältiger Vorplanung kann es losgehen, mit dem Gefühl überall zu Hause zu sein. Immer parat – unsere Instant-Freiheit sozusagen. Das Leben im Hier und Jetzt zu spüren und dieses Gefühl von „barfuß leben“ lässt den Abstand zum Alltag schnell immer größer werden.
Ein gemeinsames Hobby
Und trotz seiner Historie ist unser Schwalbennest nicht zuletzt auch ein Statement für einen neuen Lebensabschnitt. Er verkörpert für mich neue Augenblicke wie diesen: Ich höre beim Aufwachen das Zwitschern der Vögel, mit noch leicht verschlafenen Augen öffne ich die Tür des Schwalbennestes und spüre die frische Morgenluft hineinströmen. Es reicht schon jetzt nach einem herrlichen Sommertag! Sabi kocht den ersten Kaffee, während wir gemeinsam den Frühstückstisch vorbereiten. Schöner kann ein Tag für mich nicht beginnen.
Einfach #BanningKommodig

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